Die Zucht und Aufzucht von Leopardgeckos
Zu erst ein Mal sollte sich jeder Leopardgeckohalter darüber bewusst sein, dass es extrem viele Leopardgeckozüchter gibt. Dadurch werden die Tiere häufig sehr sehr billig verscherbelt und kommen so oftmals nicht in gute Hände.
Man sollte also nur so viele Leopardgeckos züchten, wie man an Nachzuchten ganz sicher gut unterbringen kann. Also sollten gerade bei großen oder vielen Gruppen keinesfalls alle Eier inkubiert werden.
Es sollten auch nur blutsfremde Tiere (Tiere unterschiedlicher Abstammung) verpaart werden.
Die Gelschlechtsunterschiede findet ihr im Untermenü: "Aussehen"
Zucht
Die wichtigste Vorraussetzung ist natürlich die richtige Gruppenzusammensetzung. Mit 1.1 sollte man nicht züchten (1.1. sollten auhc so nciht gehalten werden), da das Weibchen durch den
Sexualtrieb des Männchen überanstrengt wird und dadurch oft schnell stirb. Also sollte mindestens eine Gruppenstärke von 1.2 oder besser 1.3 gewählt werden. Außerdem sollten Weibchen erst mit einem
Gewicht ab etwa 50g verpaart werden. Verpaart man sie früher so kann es zu Wachstumsproblemen und Legenot kommen, da die Eier zu groß für den kleinen Körper sind.
Eine Vorraussetzung für eine optimale Zuchtsaison ist eine vorhergehende Winterruhe. Durch die dadurch entstehende Simulation der Jahreszeiten, sind Weibchen und Männchen im Frühjahr bereit zu
frischer Tat zu schreiten.
Etwa 3-4 Wochen nach der Verpaarung legt das Weibchen die ersten Eier. Meist werden zwei Eier gelegt, selten auch nur eins.
Am Verhalten der Weibchen merkt man auch wann die Eiablage kurz bevor steht. Es wird dem Männchen gegenüber aggressiv und meist wird auch die Nahrungsaufnahme eingestellt. Zuvor wird aber viel gefressen, da sollte darauf geachtet werden, dass das Weibchen genug Kalzium zu sich nimmt, da daraus die Eierschale gebildet wird. Die Eier zeichnen sich deutlich als zwei weiße Gebilde am Bauch ab.
trächtiger Leopardgecko, die beiden Eier sind deutlich rechts und links erkennbar
Damit das Weibchen die Eier ohne Probleme ablegen kann, sollte unbedingt mindestens eine Wetbox zur Verfügung gestellt werden. Erfahrungsmäßig bevorzugen sie eine Wetbox in einem Temperaturbereich
von 28-32°C. Das Substrat sollte feucht gehalten und gut grabbar sein.
Ein Weibchen kann während einer Saison bis zu 10 Gelege ablegen. Diese buddelt sie im Substrat ein und legt sich meist auch direkt nach der Eiablage für etwa eine Stunde hin und „bewacht" ihr Gelege.
Es kann auch vorkommen, dass ein Weibchen mal Wachseier legt.
Diese sind unbefruchtet und werden oftmals auch nicht wie die anderen Eier vergraben. Außerdem haben sie nicht so eine leuchtend weiße Farbe wie die befruchteten Eier und sind Geleeartig.
Damit die Jungtiere aus den befruchteten Eiern auch wirklich schlüpfen und nicht gefressen werden, sollten die Eier, ohne sie zu drehen, innerhalb von max. 24 Stunden nach der Eiablage in den
Inkubator überführt werden. Dort sollte bereits eine Heimchendose o.Ä. mit feuchtem (nicht nassen) Vermiculite bzw. Perlite bereitstehen.
Dahinein werden2 Dellen gedrückt (eine pro Ei) in die die Eier gelegt werden. Um das Schimmeln der Eier zu vermeiden kann man etwas Aktivkohle unter das Vermiculite mischen.
Die Eier sollten nicht gedreht werden, da dadurch das Jungtier abstirbt. Das Geschlecht sowie das Schlupfdatum des Jungtieres hängen von der Inkubationstemperatur ab. Je wärmer es ist, desto früher
schlüpfen die Jungtiere. Außerdem weisen wärmer inkubierte Jungtiere eine kräftigere Farbe auf. Diese bildet sich aber meist wieder zurück, es sei denn das Jungtier wird auch wärmer gehalten.
Ob das nötig ist muss jeder selbst wissen, ich denke dass man damit zum einen die Käufer nur reinlegt und zum anderen ist die wärmere Haltung und das damit verbundene schnellere Wachstum nicht gut für die Tiere.
| Temperatur | Schlupfquote | Geschlechter | Zeitungungsdauer |
| 24-27°C | ab 25,5°C fast 100% | fast 100% weiblich | 70-90 Tage |
| 27-28°C | fast 100% | ca. 75%weibl., 25%männl | 50-70 Tage |
| 28-30°C | fast 100% | ca. 50% weibl., 50% männl. | 40-50 Tage |
| 30-31°C | fast 100% | ca. 30% weibl., 70% männl. | 35-45 Tage |
| 31-33° | fast 100% | fast 100% männl. | 35-40 Tage |
| Über 33,5°C | gering | heiß gezeitigte Weibchen | 30-35 Tage |
Aufzucht
Sind die Jungtiere geschlüpft sollten sie vorerst noch für wenige Stunden in einer Heimchendose mit Zewa in den Inkubator gestellt werden, damit der Bauch vollständig zuwachsen kann. Erst dann sollten die Jungen in das Aufzuchtbecken gesetzt werden. Das kann ein kleines Terrarium sein, oder auch ein Faunarium o.Ä.. Es kommt auch vor, dass die geschlüpften Jungtiere nicht vollständig abgenabelt sind. Das ist nicht dramatisch. Sie werden bis zur vollständigen abnabelung und bis der Bauch danach zugeachsen ist auf Küchenpapair o.Ä. gehalten.
Die Temperaturen im Aufzuchtbecken sollten maximal 27°C betragen und den Jungtieren sollte immer ausreichend Wasser zur Verfügung stehen. Verfüttert werden kleine Futtertiere, wie die große Form der Drosophila, Microheimchen/ Microgrillen, kleine Heuschrecken und andere. Je größer die Jungtiere werden, desto größer darf natürlich auch ihr Futter sein.
Von einer Pinzettenfütterung rate ich ab. Entweder die Jungen jagen selbständig oder sie kommen nicht durch. Bei dem Markt an Leopardgeckos wäre es unsinnig zu schwache Tiere durchzubringen. Bei
der Ernährung sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass die Jungtiere ausreichend Vitamine und Kalzium zu sich nehmen.
Als Bodengrund kann man entweder Küchenpapier/Zeitung oder Lehmboden verwenden und das Terrarium sollte gut zu reinigen sein, ohne die Tiere unnötig zu stressen.
Wenn man mit den adulten Tieren problemlos zurecht kommt, sollte man auch keine Probleme bei der Aufzucht haben, da Leopardgeckojungtiere recht einfach zu handhaben sind.
Manch einer besteht auf regelmäßiges Wiegen und ausmessen der Tiere, wovon ich allerdings abraten würde, da es nur zu stressig ist. Ob ein Tier gut wächst und zunimmt oder nicht kann man auch mit dem bloßen Auge erkennen.